Ehe und Finanzen

Die Hochzeit bedeutet für ein frisch vermähltes Paar Glück pur! Ein Bund fürs Leben mit ewiger Liebe und Treue. Vater Staat hingegen sieht die Ehe eher als Wirtschaftsunternehmen, für ihn spielt die Liebe keine Rolle – nur die Liebe zum lieben Geld! Welche unromantischen Folgen eine Eheschließung nach sich zieht und was es bei Ehevertrag, Gütertrennung und Co. zu bedenken gibt, lesen junge Paare hier!

Gütertrennung oder Zugewinngemeinschaft

Schließen Ehepaare vor der Eheschließung keinen notariell beurkundeten Ehevertrag ab, so leben sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, dass das Vermögen von Mann und Frau getrennt bleibt und auch für die Schulden des anderen nicht gehaftet werden muss. Es sei denn, diese wurden gemeinsam aufgenommen. Zum Zugewinn zählen alle Gewinne, die von jedem Ehepartner während der Ehe erwirtschaftet wurden. Kommt es zur Scheidung, muss derjenigen, der den höheren Zugewinn erwirtschaftet hat, dem anderen Ehegatten die Hälfte hiervon abgeben.
Durch einen Ehevertrag können eigene „Spielregeln“ für die Ehe festgelegt werden – sofern diese nicht sittenwidrig sind – und darüber hinaus nicht nur den Güterstand regeln, sondern auch über eventuell zu zahlende Unterhaltsansprüche im Falle einer Scheidung oder die Versorgung der Ehegatten im Alter festlegen.

Steuer

Oftmals werden die steuerlichen Vorteile einer Heirat maßlos überschätz, dabei handelt es sich bei einem Wechsel der Steuerklasse lediglich um eine Optimierung der Zahlungsströme. Mit der durch das Finanzamt festgesetzten Einkommenssteuerhöhe hat die Wahl der Steuerklasse nichts zu tun. Zu wenig gezahlte Lohnsteuer, die sich in Steuerklasse III durch ein Mehr am Nettolohn bemerkbar macht, muss nachgezahlt werden. Verfügen beide Ehegatten über ein ähnliches Einkommen, so lohnt sich für bei die Steuerklasse IV. In diese werden Ehepaare automatisch eingestuft, wird keine Änderung der Steuerklasse beantragt.
Verdient ein Ehepartner hingegen mindestens 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens, lohnt sich der Wechsel in die Steuerklasse III, der Partner wird dann automatisch in Klasse V eingestuft.

Steuern sparen durch die Ehe lässt sich hingegen durch das Ehegattensplitting. Durch die gemeinsame Veranlagung können um so mehr Steuern gespart werden, je mehr der eine Partner als der andere verdient. Die größte Ersparnis erreichen Paare, wenn ein Partner mit seinem Einkommen zum Spitzensteuersatz versteuern muss und der andere Partner über kein eigenes Einkommen verfügt. Dann sind gegenüber unverheirateten Paaren bis zu 10.000 Euro Steuerersparnis jährlich drin!

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