Hochzeit unter der Lupe – Teil III

In den letzten Jahrtausenden hat sich in der Geschichte der Hochzeit so einiges getan. Waren früher die Männer eindeutig in der weitaus besseren Position, so hat sich das Bild heute mit fortschreitender Emanzipation zu Gunsten der Frauen gewandelt.

Die Hochzeit bei den alten Griechen und Römern
Die äußerst sozial eingestellten Griechen und Römer legten großen Wert auf die Eheschließung. Das ging gar so weit, dass alleinstehende Männer als abnomal eingestuft und ausgegrenzt wurden. Die Auswahl der richtigen und vor allem standesgemäßen Ehefrau übernahm, wie in vielen Kulturen üblich, der Vater für seine Söhne. Schließlich sollte die Frau entsprechenden Reichtum mitbringen. Monogamie war zwar in diesen Ehen vorrangig, die Frauen brauchten sich also zumindest was die Ehelichung anging keine Sorge um weitere Nebenbuhlerinnen zu machen, doch die meisten Ehemänner hielten dennoch Beziehungen zu jüngeren Frauen.

Israels Ehen
Anders ging es in früheren Zeiten in Israel zu. Hier stand vorrangig die Erhaltung und Vermehrung des männlichen Namens im Vordergrund. Viele Nachkommen sollten den Stamm sichern und erst viel später gingen auch die Israelis in die monogame Eheführung über. Auch hier übernahm der Vater die Brautauswahl für seinen Sohn und die Ehe wurde vollzogen, nachdem ein zuvor verhandelter Brautpreis an den Brautvater gezahlt wurde.

Ehe im Mittelalter
Das „bezahlen“ für die Braut war bis ins Mittelalter üblich. Der Vater des Bräutigams musste also die Braut im wahrsten Sinne des Wortes vor der Hochzeit erst freikaufen. Als Muntschatz bezeichnet, diente er jedoch nicht nur dem Wohlergehen des Brautvaters und seiner übrigen Familie, sondern sollte die Braut im Falle des vorzeitigen Versterbens ihres Mannes finanziell absichern. Hiermit wurde schon früher ein soziales Netz geschaffen. Andere Eheformen, die nicht mit einem kirchlichen Segen einhergingen und zwischen freien und nicht freien Personen geschlossen wurden, waren bis zum Protest der Kirche im 13.- 14. Jahrhundert in ihren Rechten stark beschnitten. Diese heidnischen Bindungen wurden sodann abgeschafft und durch die kirchliche Trauung ersetzt, die nur durch einen Priester und zwei Zeugen Rechtsgültigkeit erhielt. Daher rührt auch die heutige Form der rechtsgültigen Ehe, die heute von einem Standesbeamten durchgeführt wird, der Priester gibt nur noch den kirchlichen Segen dazu. Eine ausschließlich kirchliche Trauung hat jedoch heute rechtlich gesehen keine Gültigkeit.

Der Wandel der Ehe
Problematisch waren auch nach Einführung der kirchlich rechtsgültigen Ehe aus dem Mittelalter die unterschiedlichen Glaubensrichtungen. Protestanten und Katholiken als Eheleute nicht denkbar. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis das Gesetzt eingreifen musste und das Problem in die richtige Bahn rückte. Der Standesbeamte trat an die Stelle des Priesters und eine Ehe war ab diesem Zeitpunkt nicht an eine bestimmte Glaubensrichtung gebunden, um Gültigkeit zu erhalten. Erst Ende des 20sten Jahrhunderts wurden die Gesetze so weit modernisiert, dass auch gleichgeschlechtliche Ehe möglich wurden und als rechtmäßige Eheleute titulieren konnten.

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