Traditionelles Gastgeschenk – Hochzeitsmandeln

HochzeitsmandelnGastgeschenke zur Hochzeit sind nicht nur eine wunderschöne Geste, sondern genießen zudem eine lange Tradition. Den Gästen eine Kleinigkeit mit auf den Weg zu geben und damit zu sagen: „ Danke, dass ihr mit uns gefeiert habt“, wird bereits sehr lange gepflegt. Schon in der Antike wurden kleine Naschereien für die Hochzeitsgäste bereitgehalten, die ihnen den oft sehr langen Heimweg versüßen sollten. Hochzeitsmandeln zählen dabei zu den Klassikern unter den Gastgeschenken.

Doch warum ausgerechnet gezuckerte Mandeln? Und warum gerade fünf?

Schon zu Zeiten des Sonnenkönigs Louis XIV. wurden bei höfischen Hochzeiten kleine gefüllte Bonbonschachteln aus Gold oder Silber an die Gäste verschenkt. Die normalen Bürger konnten sich solche Naschereien natürlich nicht leisten und so wurde der Tüll der Braut später in kleine Stücke geschnitten und mit gezuckerten Mandeln gefüllt.

Einem alten Brauch zufolge steht die Zahl fünf der Hochzeitsmandeln für Fruchtbarkeit, Gesundheit, Glück, Wohlstand und ein langes Leben. Kriterien, die nach Möglichkeit von jedem angestrebt werden und die den Gästen als Dank für ihr Kommen mit der Übergabe der Mandeln beschert werden sollen.

Die Mandel ansich steht für das Leben, das ebenso bittersüß daherkommt wie die Mandel selbst. Die zusätzliche Zuckerummantelung soll die Hoffnung des Brautpaares wiederspiegeln, dass ihre Ehe mehr süße als bittere Seiten hat.

Wie werden die Hochzeitsmandeln übergeben?

In der Regel werden fünf Hochzeitsmandeln in ein kleines Säckchen aus Tüll gefüllt und den Hochzeitsgästen übergeben. Jedes Brautpaar kann jedoch frei entscheiden, in wie weit es von der Tradition abweichen möchte. Demnach können auch beliebig viele Mandeln und unterschiedliche Verpackungsmöglichkeiten gewählt werden.

Wie sieht es in anderen Ländern mit den Hochzeitsmandeln aus?

In Griechenland heißen Hochzeitsmandeln Koufetta und werden den Gästen auf dem Silbertablett in kleinen Beuteln mit ungerader Zahl überreicht. So symbolisiert die ungerade Anzahl der Mandeln die Unteilbarkeit – das frisch vermählte Paar teilt alles, bleibt aber für immer ungeteilt. Übrigens: Legen unverheiratete Frauen ihr Mandelsäckchen unter das Kopfkissen, so erscheint ihnen ihr zukünftiger Ehemann im Traum.

In Italien stehen die fünf Hochzeitsmandeln für die fünf Wünsche des Brautpaares. Gesundheit, Glück, Reichtum, Kindersegen und ein langes Leben. Sie zieren meist in hübsch verpackten Kartonagen die Sitzplätze der Gäste und werden nicht selten noch mit Hochzeitsdatum und Namen des Brautpaares versehen.

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